• Anna

"Hinter AI steckt mehr Mathematik und weniger Zauberei, als man denkt."




Nora Engleitner ist Doktorin der technischen Wissenschaften. Nach ihrem Mathematikstudium an der JKU Linz und ihrem Doktorat am Institut für Angewandte Geometrie arbeitet sie jetzt bei Newsadoo im Bereich Data Science. Was sich jetzt vermutlich viele fragen – warum Mathematik? Die Antworten gibt's hier:

Projektwoche “Angwandte Mathematik” mit 16. Das Doktorat hast du mit 27 abgeschlossen. Deine Talente liegen dort, wo andere mit Prüfungen hadern. Was gefällt dir an diesem Bereich?

Mich fasziniert die Schönheit der Mathematik. Durch sie lassen sich so viele Vorgänge in unserem täglichen Leben beschreiben und sie spielt in vielen Bereichen eine bedeutende Rolle. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, nach langem Tüfteln ein Theorem zu beweisen. Diese Präzision schätze ich auch an der Mathematik. Eine Aussage ist entweder wahr oder falsch – da gibt's wenig Interpretationsspielraum.

Woher kommt dieses Interesse – und diese Leidenschaft?

Ich habe usprünglich ein Gymnasium mit Fremdsprachen-Schwerpunkt besucht und wollte lange Zeit auch etwas in diese Richtung studieren. Bis mein damaliger Physiklehrer meinte, ich sollte doch ein Mathematik-Studium in Betracht ziehen. Nach zwei Projektwochen "Angewandte Mathematik" war ich dann überzeugt. Da erhielt ich Einblicke ins Mathematik-Studium an der JKU und sah, wie dieser Themenbereich außerhalb der Schule sein kann. Nach der Matura kam dann das Bachelorstudium der Technischen Mathematik, dann das Masterstudium der Industriemathematik. Während dieser Zeit war ich auch ein Semester lang in Texas. Nachher absolvierte ich das Doktorat am Institut für Angewandte Geometrie, obwohl ich das eigentlich gar nie vor hatte. Promoviert habe ich im Mai 2019 und seit November 2019 bin ich ein Teil des Newsadoo Teams.

Mathematiker stellt man sich ja häufig mit rauchenden Köpfen vor einer Tafel mit vielen komplizierten Formeln vor, als Professoren an Unis oder Schulen. Und eher weniger in der Medienbranche. Wieso hast du dich für einen Job bei Newsadoo entschieden und wie kannst du deine Fähigkeiten dort einsetzen?

Mathematik ist sehr vielseitig. Genau wie wir Mathematikerinnen, das unterschätzen die Leute häufig. Wir sind eigentlich überall einsetzbar, wo logisches Denken, eine schnelle Auffassungsgabe, strukturiertes Problemlösen und exaktes Arbeiten verlangt wird. Im Studium lernen wir ja beispielsweise auch, wie man programmiert. Von Banken zu Versicherungen, im Consulting, in Maschinenbauunternehmen, der der Forschung, in auf Data Science spezialisierten Unternehmen – uns findet man eigentlich überall. Ich finde es spannend, dass sich Newsadoo als News-Aggregator Google und Co. gegenüberstellt. Eine wichtige Aufgabe.

Auch in technischer Hinsicht gibt es hier eine große Bandbreite an Themen, die mich interessieren. Zusammen mit den flachen Hierachien und dem Start-up-Spirit lässt sich viel ausprobieren und verwirklichen. Egal, ob Machine Learning und Data Science, ich lerne täglich viel dazu und entdecke neue Methoden, wie wir Dinge anpacken können. Hinter AI steckt mehr Mathematik und weniger Zauberei, als man denkt.

Was macht dir an deiner Arbeit bei Newsadoo besonders Spaß? Was war die größte Herausforderung bis jetzt?

Spaß macht mir, dass ich laufend Neues dazulerne und immer wieder vor Problemstellungen stehe, die mich geistig fordern. Als ich bei Newsadoo anfing, wusste ich zum Beispiel noch sehr wenig über Machine Learning und im Speziellen Natural Language Processing. Da habe im letzten Jahr unglaublich viele spannende Methoden und Konzepte kennengelernt. Ich kann entscheiden, wie ich Aufgaben löse und wie ich meine Ideen einbringe. Für den gesamten AI-Bereich verantwortlich zu sein, ist schon herausfordernd. Aber ich kann mich dort rkeativ ausleben, Dinge nach meinen Vorstellungen weiterentwickeln. Hürden gibt es jede Menge – schwer zu sagen, was die Größte davon ist. Momentan ist es vermutlich das Managen unseres FFG-Projekts, in dem wir gemeinsam mit dem SCCH und der RISC Software GmbH unser Recommender System weiterentwickeln. Es ist gar nicht so einfach, alle Projektteams zu koordinieren. Definitiv eine andere Herausforderung als die Entwicklung von Algorithmen.

Was denkst du, wie Newsadoos Zukunft in technischer Hinsicht aussieht? Wenn du in die nächsten Wochen, Monate sehen könntest: Welche Themen werden dich und das Team dann beschäftigen?

Ganz klar: Recommender Systems. Wir wollen unseren Usern ja personalisierten News-Content bieten, dabei aber nicht auf das Thema Diversität vergessen. Menschen sollen sich umfassend über Nachrichten informieren und von der Vielfalt der Medienlandschaft profitieren können. Diese Balance ist ein brandheißes Thema, genau wie die Transparenz bei Empfehlungsalgorithmen. Wer wie welche Nachrichten vorgeschlagen kriegt, muss einfach nachvollziehbar sein. So können auch Filterblasen und Echo Chambers gesprengt werden.


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